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Kurs: Antriebstechnik

Zusammenfassung Drehstrom

Bei Drehstrom gilt allgemein:

In elektrischen Energieversorgungssystemen wird i. d. R. davon ausgegangen, dass der Drehstromerzeuger (Kraftwerk oder Quelle) symmetrisch ist.

Die Erzeugung des Drehstroms erfolgt z. B. durch:

  • Synchron- oder Asynchronmaschinen in (konventionellen) Kraftwerken
  • Stromrichterschaltungen (Leistungselektronik) in Umrichtern, „Wechselrichtern“ (Vertiefungsvorlesung Leistungselektronik)

Unsymmetrische Verhältnisse in Drehstromsystemen ergeben sich durch den Anschluss unsymmetrischer oder ein- oder zweiphasiger Verbraucher/ Lasten

Bei Annahme (nahezu) idealer Spannungsquellen am Kraftwerk sind dann die Außenleiterspannungen in einem Drehstromsystem weiterhin symmetrisch, nicht aber die Ströme

In Drehstromsystemen sind unterschiedliche Spannungseffektivwerte (z. B. ca. 230 V und ca. 400 V) nutzbar

  • Sternspannung 230V, d. h. Leiter gegen N-Leiter („Erde“)
  • Außenleiterspannung 400V, d. h. Spannung zwischen zwei Außenleitern

Zur Bezeichnung (Nennwert) eines Drehstromsystems wird i.d.R. der Effektivwert der Außenleiterspannung (z. B. 380 kV, 220 kV, 10 kV, 400V) verwendet

Der Effektivwert einer Außenleiterspannung (Leiter-Leiter-Spannung oder Dreieckspannung) ist um den Faktor Wurzel(3) größer als der einer Sternspannung (Leiter-Erd-Spannung)

Die für ein Drehstromsystem angegebene Leistung bezieht sich immer auf das Gesamtsystem, d. h. bei symmetrischen Systemen wird pro Außenleiter wird 1/3 der Gesamtleistung umgesetzt.

\[ \begin{gathered} \text{Stern-Dreiecks-Spannungen} \\[2pt] \text{Betrachtung von Effektivwertzeigern am Netz mit: } |U_{LL}| = U\text{:} \end{gathered} \]
Stern- und Dreiecksspannungen: Zeitverläufe, Effektivwertzeiger und Spannungen zwischen L1, L2, L3 und N
\[ \begin{gathered} U_1 = \frac{U}{\sqrt{3}} \cdot e^{j0} = \frac{U}{\sqrt{3}} \\[4pt] U_2 = \frac{U}{\sqrt{3}} \cdot e^{j240^\circ} = \frac{U}{\sqrt{3}} \cdot e^{j\frac{4\pi}{3}} = \frac{U}{\sqrt{3}} \cdot \left(-\frac{1}{2} - j\frac{\sqrt{3}}{2}\right) \\[4pt] U_3 = \frac{U}{\sqrt{3}} \cdot e^{j120^\circ} = \frac{U}{\sqrt{3}} \cdot e^{j\frac{2\pi}{3}} = \frac{U}{\sqrt{3}} \cdot \left(-\frac{1}{2} + j\frac{\sqrt{3}}{2}\right) \\[4pt] U_{12} = U \cdot e^{j30^\circ} = U \cdot e^{j\frac{\pi}{6}} = U \cdot \left(\frac{\sqrt{3}}{2} + j\frac{1}{2}\right) \\[4pt] U_{23} = U \cdot e^{j270^\circ} = U \cdot e^{j\frac{3\pi}{2}} = -j \cdot U \\[4pt] U_{31} = U \cdot e^{j150^\circ} = U \cdot e^{j\frac{5\pi}{6}} = U \cdot \left(-\frac{\sqrt{3}}{2} + j\frac{1}{2}\right) \end{gathered} \]
\[ \begin{gathered} |U_1| = |U_2| = |U_3| = \frac{U}{\sqrt{3}} \text{ (gilt immer)} \\[4pt] \text{Symmetrische Last:} \\[2pt] |I_1| = |I_2| = |I_3|;\; |I_0| = 0\,\mathrm{A} \\[4pt] \varphi_1 = \varphi_2 = \varphi_3 = \varphi_{Z,\mathrm{Last}} \\[4pt] S_1 = S_2 = S_3;\; P_1 = P_2 = P_3;\; Q_1 = Q_2 = Q_3 \end{gathered} \]
\[ \text{Last in Sternschaltung} \]
Last in Sternschaltung: Netz mit L1, L2, L3, N und Last aus drei Impedanzen Z mit den Strömen I1, I2, I3 und I0
\[ \begin{gathered} I_1 = I_{1\curlywedge};\; I_2 = I_{2\curlywedge};\; I_3 = I_{3\curlywedge} \\[4pt] U_Z = U_{LN};\; |U_{LN}| = \frac{|U_{LL}|}{\sqrt{3}} \\[4pt] I_1 = \frac{U_1}{Z};\; I_2 = \frac{U_2}{Z};\; I_3 = \frac{U_3}{Z} \\[8pt] \text{Leistungsbetrachtung:} \\[2pt] S_1 = U_1 \cdot I_1^*;\; S_2 = U_2 \cdot I_2^*;\; S_3 = U_3 \cdot I_3^* \\[4pt] S_{\mathrm{Ges}} = S_1 + S_2 + S_3 \end{gathered} \]
\[ \text{Last in Dreiecksschaltung} \]
Last in Dreiecksschaltung: Netz mit L1, L2, L3 und Last aus drei Impedanzen Z zwischen den Außenleitern
\[ \begin{gathered} I_1 = I_{12\Delta} - I_{31\Delta} \\[4pt] I_2 = I_{23\Delta} - I_{12\Delta} \\[4pt] I_3 = I_{31\Delta} - I_{23\Delta} \\[4pt] U_Z = U_{LL} \\[4pt] I_{12\Delta} = \frac{U_{12}}{Z};\; I_{23\Delta} = \frac{U_{23}}{Z};\; I_{31\Delta} = \frac{U_{31}}{Z} \\[8pt] \text{Leistungsbetrachtung:} \\[2pt] S_1 = U_{12} \cdot I_{12\Delta}^*;\; S_2 = U_{23} \cdot I_{23\Delta}^*;\; S_3 = U_{31} \cdot I_{31\Delta}^* \\[4pt] S_{\mathrm{Ges}} = S_1 + S_2 + S_3 \end{gathered} \]
\[ \begin{gathered} \text{Wird die gleiche Last } Z \text{ einmal im Dreieck} \\ \text{und einmal im Stern verschaltet:} \\[4pt] U_{\Delta} = U_{LL} \\[4pt] I_{\Delta} = \frac{U_{LL}}{Z} \\[4pt] S_{\Delta} = U_{LL} \cdot I_{\Delta}^* \end{gathered} \]
\[ \begin{gathered} |U_{\curlywedge}| = \frac{|U_{LL}|}{\sqrt{3}} = |U_{LN}| \\[4pt] |I_{\curlywedge}| = \frac{|U_{LN}|}{Z} = \frac{|U_{LL}|}{\sqrt{3} \cdot Z} = \frac{|I_{\Delta}|}{\sqrt{3}} \\[4pt] S_{\curlywedge} = U_{LN} \cdot I_{\curlywedge}^* = \frac{S_{\Delta}}{3} \\[6pt] \text{Nur Betragsbetrachtung,} \\ \text{denn die Winkel ändern sich zwischen } \Delta \text{ und } \curlywedge \end{gathered} \]

Vorteile von Drehstrom

  • Keine pulsierende, sondern zeitlich konstante Leistung
  • Einfache Erzeugung von Drehstrom mittels Drehstrom-(Synchron-) Generatoren
  • Gleichzeitige Nutzung von zwei Spannungsniveaus möglich (Außenleiter- und Sternspannungen)
  • Wirtschaftlicherer Betrieb bei gleicher Leistungsübertragung (geringerer Leiterbedarf)
  • Direkter Betrieb von Drehstrommotoren möglich

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